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20.10.2026

Steueroasen im Visier: NRW wertet Offshore-Daten aus und identifiziert 398 Personen

Das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität Nordrhein-Westfalen (LBF NRW) hat einen Ende 2025 angekauften Datensatz von Offshore-Dienstleistern ausgewertet und dabei 398 Personen mit Deutschlandbezug identifiziert. Die Informationen werden nun in einem ersten Schritt an die zuständigen Ermittlungsbehörden der Bundesländer weitergegeben. Allein in Nordrhein-Westfalen betreffen die Daten 64 Fallkomplexe.

Der rund 1,45 Terabyte große Datenbestand stammt von Dienstleistern auf den Cayman Islands, in Dubai, Hongkong, Mauritius, Panama, Singapur und Zypern. Im Verdacht steht, dass die dort angebotenen Gesellschaftsstrukturen genutzt wurden, um Vermögen vor deutschen Steuerbehörden zu verschleiern und Steuerpflichten zu umgehen.

Nach Angaben des LBF NRW umfasst das Material mehr als 3,3 Millionen Dateien und Ordner. Nun prüfen Steuerfahndung und Strafverfolgungsbehörden, ob sich daraus Hinweise auf Steuerhinterziehung, Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung ergeben. Die Auswertung läuft weiter, weitere Fallzuordnungen werden erwartet.

NRW-Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU) wertete den Datenerwerb als Erfolg für den Fiskus und die Steuergerechtigkeit. Zugleich verwiesen die Finanzbehörden auf die Möglichkeit einer strafbefreienden Selbstanzeige, falls bislang nicht erklärte Einkünfte offengelegt werden sollen.

Finanzministerium Nordrhein-Westfalen, PM vom 19.10.2026