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23.07.2026

Aktionsplan gegen Steuerkriminalität: Steuer-Gewerkschaft drängt auf schnelle Umsetzung

Die Deutsche Steuer-Gewerkschaft (DSTG) begrüßt den von der Bundesregierung vorgestellten Aktionsplan zur Bekämpfung von Steuer- und Finanzkriminalität. Nach Einschätzung der Gewerkschaft greift das Maßnahmenpaket mehrere langjährige Forderungen auf, darunter ein gemeinsames Zentrum gegen Steuer- und Finanzkriminalität, eine länderübergreifende Datenplattform mit KI-Unterstützung sowie das geplante "Zukunftslabor Steuern".

DSTG-Bundesvorsitzender Florian Köbler bewertet die Stoßrichtung positiv, mahnt jedoch eine zügige Umsetzung an. Entscheidend sei nicht die Ankündigung der Maßnahmen, sondern deren schnelle Umsetzung in der Praxis.

Als Erfolg wertet die DSTG insbesondere die Aufnahme des "Zukunftslabors Steuern" in den Aktionsplan. Dort sollen digitale Lösungen und Innovationen für die Steuerverwaltung entwickelt werden. Auch die geplante Modernisierung der Dateninfrastruktur wird von der Gewerkschaft begrüßt.

Mit Blick auf die geschätzten Schäden durch Steuer- und Finanzkriminalität von rund 100 Milliarden Euro jährlich fordert die DSTG einen konkreten Zeitplan für die einzelnen Vorhaben. Zudem müsse die Steuerfahndung der Länder eng in das geplante gemeinsame Zentrum eingebunden werden, da dort die praktische Erfahrung bei der Bekämpfung komplexer Steuerdelikte liege.

Kritik übt die Gewerkschaft an der vorgesehenen Einführung der Registrierkassenpflicht erst ab 2028. Aus Sicht der DSTG sollte diese früher kommen und mit einer verpflichtenden digitalen Bezahlmöglichkeit verknüpft werden, um Steuerbetrug in bargeldintensiven Branchen wirksamer einzudämmen.

Grundsätzlich setzt die DSTG weiterhin auf ein Zusammenspiel aus Steuervereinfachung, Digitalisierung und ausreichend qualifiziertem Personal. Ziel sei eine moderne Steuerverwaltung, die ehrliche Steuerzahler entlastet und gleichzeitig konsequent gegen Betrug vorgeht.

Deutsche Steuer-Gewerkschaft, PM vom 16.07.2026