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18.05.2026

Steuerbetrug mit Handwerksleistungen: Durchsuchung bei Clan-Verdächtigen

Das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität (LBF NRW) hat Durchsuchungen an mehreren Orten in Nordrhein-Westfalen durchgeführt, um einen mutmaßlich mehrere Jahre andauernden Steuerbetrug durch ein Geflecht aus Handwerksfirmen zu unterbinden.

Der Verdacht: Bei den Beschuldigten handelt es sich den Ermittlungen zufolge um Angehörige eines Familienclans, die mehrere Handwerksbetriebe gegründet haben. Ihre Dienste sollen sie unter anderem auf Onlineplattformen angeboten haben. Allerdings seien die Unternehmen entweder nicht angemeldet oder es seien nicht mehr aktive Steuernummern verwendet worden, so das Landesamt für Steuern (LfSt) Nordrhein-Westfalen. Teilweise seien Kunden im Anschluss an die Arbeiten bedrängt worden, mehr Geld als vereinbart zu zahlen. Beim Finanzamt, so der Vorwurf, seien die Einkünfte allerdings nie angegeben worden.

Wie das LfSt mitteilt, geht es um einen bisher nachweisbaren Steuerschaden im mittleren sechsstelligen Bereich. Allerdings solle der Betrug mindestens seit fünf Jahren stattgefunden haben, der tatsächliche Schaden könnte deutlich höher liegen.

Das Verfahren wird laut LfSt von einer nordrhein-westfälischen Staatsanwaltschaft geführt. An der Durchsuchungsaktion sei auch die Polizei mit einem Geldspürhund beteiligt gewesen. Die Steuerfahnder hätten Beweismittel gesichert, zudem sei ein Grundstück zur Sicherung staatlicher Ansprüche belastet worden. Neben den acht Beschuldigten gehe das LBF NRW Hinweisen auf weitere Beteiligte an den Betrugsgeschäften nach, die bundesweit gelaufen sein sollen.

"Der aktuelle Fall ist besonders dreist, weil die Beschuldigten den Erkenntnissen zufolge nicht einen Cent an Umsatz- und Ertragssteuern für ihre Einkünfte gezahlt haben – und das über Jahre hinweg", betont Stephanie Thien, Leiterin des LBF NRW. "Die Ermittlungen gestalten sich komplex, weil die mutmaßlichen Clan-Angehörigen ihre Verbindungen und Aufenthaltsorte geschickt zu verschleiern versuchen. Dass wir mit unseren Partnerbehörden jetzt dennoch offen gegen die Verdächtigen vorgehen konnten, zeigt die erfolgreiche Arbeit im Hintergrund und die reibungslose Kooperation von Staatsanwaltschaft, Polizei und Steuerfahndung in Nordrhein-Westfalen." 

Landesamt für Steuern Nordrhein-Westfalen, PM vom 13.05.2026