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08.01.2026

Justizcloud: Bund und Länder starten gemeinsames Vorhaben

Eine einheitliche IT-Infrastruktur für die Justiz im Bund und in den 16 Bundesländern – das soll mit der Justizcloud geschaffen werden. Jetzt haben Bund und Länder eine Vereinbarung zu ihrer Entwicklung unterzeichnet. Wie das Bundesjustizministerium mitteilt, soll eine erste lauffähige Version bis Anfang 2027 zur Verfügung stehen.

Die Justizcloud baut auf der vorhandenen Infrastruktur der öffentlichen IT-Dienstleister auf. Es soll ein eigenes Justiznetz errichtet werden. Das Ziel: eine stärkere technologische Selbstständigkeit der Justiz. Zudem soll die Justizcloud Einsparpotenziale realisieren und die tägliche Arbeit in der Justiz verbessern, so das Justizministerium. Sie soll moderne, nutzerzentrierte Anwendungen, schnelle Softwareupdates und einen stabilen Betrieb ermöglichen.

In einem ersten Schritt soll über die Justizcloud das Gemeinsame Fachverfahren (GeFa) der Justiz an Gerichten in mehreren Ländern zur Verfügung gestellt werden. GeFa unterstützt die Mitarbeitenden in der Justiz beim Erfassen, Bearbeiten und Verwalten von Daten, beim Abrufen von Informationen sowie beim Erstellen von Dokumenten. Perspektivisch sollen alle derzeit entwickelten und neu entstehenden Fachverfahren gemeinsam in der Cloud betrieben werden. Bestehende Strukturen sollen nach Möglichkeit nicht migriert, sondern abgelöst werden (so genannter Greenfield-Ansatz).

Die Projektleitung übernimmt nach Angaben des Bundesjustizministeriums ein Aufbaustab, der im Land Baden-Württemberg angesiedelt wurde. Der Bund und alle weiteren Bundesländer sind eng in das Projekt eingebunden. Der Aufbaustab besteht aus Fachleuten aus Justiz und IT-Branche. Aus ihm soll künftig eine Betriebsanstalt für die Justizcloud entstehen – die Justizcloud-Einheit. Diese soll die bundeseinheitliche Justizcloud künftig für die gesamte Justiz zu betreiben.

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, PM vom 07.01.2026